Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...

- Götterhimmel

Für die (allermeisten) Menschen der Eisenzeit wimmelt die Welt voller Götter und göttlicher Mächte – dies gilt nicht nur für die Kulturen der Mittelmeerwelt und des nahen Ostens, sowie Griechen und Römer sondern auch für Kelten und Germanen.
Selbst die Natur ist für religiöse Menschen nicht einfach „nur“ natürlich, sondern überall sieht man Manifestationen höherer Mächte, religiös motivierte Handlungen sind unmittelbar mit dem Alltag verknüpft (Archäologisches Landesmuseum 2012, S.277).

Götter der Kelten
Tauchen Naturerscheinungen auf, so sind wie für die Menschen am Mittelmeer, so auch im Norden Götter am Werk, selbst wenn man Wettererscheinungen bei den Kelten sicher ähnlich unreflektiert ausdrückt wie „Zeus donnert“ oder „Iupitter regnet“. Wenn „Taranis“ „regnet“, dann denkt sicher nicht jeder Nordmann sofort an einen religiösen Grund.
Neben unzähligen Nebengottheiten verfügt die Götterwelt der Kelten im Wesentlichen über drei große Gottheiten, vermutlich ein Erbe der indoeuropäischen Dreiheit: Dreiheit: Taranis - TeutatesEsus (/Cernunnos). Zuständig waren:
  • Taranis für die Herrschaft des Himmels (Funktion I), Krieg (Funktion II), Jenseits-, Toten- und Ahnenkult (Funktion III)
  • Teutates als Stammesgott für  interne Angelegenheiten, Krieg und Frieden (F II + III)
  • Esus / Cernunnos für Reichtum, Handel und Krieg (F III + II)
Weitere wichtige Götter waren der Schmiede- und Hammergott Sucellos, der mit seinem langstieligen Schmiedehammer auch über Thermalquellen wachte und die Pferde- und Fruchtbarkeitsgöttin Epona, die später auch von den römischen Truppen verehrt wurde.
Zu den heiligen Plätzen geht es im Post Kult- und Opferplätze, zu ihren Riten und Kulten, Speise-, Weihe- und Menschenopfer sowie zum eisenzeitlichen Schädelkult auf diesem Post . 

Götter der Ubier
Ubische Götter sind schwer zu identifizieren. Im Wesentlichen findet man Dreiheiten von Muttergöttinnen, sogenannten Matronen. „Die Matronen waren die zentrale göttliche Instanz für die Ubier; einen einzelnen Hauptgott oder eine Hauptgöttin haben sie nicht gekannt“ schreibt Werner Eck (=> Eck 2004, S. 496). Die unterschiedlichen Matronennamen haben sich aus alten Stammes- /und Familienverbänden der Ubier entwickelt (ebd., S. 499), die Masse der Bevölkerung vertraute auf die Matronen (ebd., S. 502).
Diverse Nebengottheiten gab es aber auch bei den Ubiern. Nachweisbar sind:
  • Vagdavercustis: Kriegergöttin (Minerva?)
  • Nehalennia: Kaufmannsgöttin (großes zentrales Heiligtum an der Maaßmündung (Nordsee- & Britannienhandel Weihegeschenke für unversehrte Rückkehr und für Gewinn sind erhalten)
  • Sunuxsa: Stammesgottheit der Sunuken

Götter der Germanen
Es darf bezweifelt werden, ob das Germanische Pantheon, wie man es aus den späteren isländischen Sagen kennt (Thor, Odin bzw. Wotan, Freya…), bereits in der Frühzeit existierte – auch wenn früh Formen von Wodan / Wôðanaz („Herr der Inspiration“) erkennbar sind  Sicher weiß man über antike Quellen von
  • Schicksalsgöttinen den Nornen
  • der Muttergottheit: Nerthus, die sich gerne einmischt
  • Opfergemeinschaften: Man aß gemeinsam das Opfer an die Gottheit, nur der Schädel wurde dabei zerstört bzw als virtuelles gemeinsames Mahl zusammen mit der Gottheit verzehrt
  • rohen und schlichten Darstellungen aus Holz, die ein wenig wie naive Kunst aussahen:  Heilige Bilder der Urzeit, Fruchtbarkeitsgötter aus Holz. Ab dem 1. Jh. v. Chr. kamen immer mehr Waffenbeigaben hinzu, worin manche Wissenschaftler den wachsenden Einfluss Roms sehen (Kriegsgott, Mars…). Ähnlich wie die Kelten scheinen die Götterdarstellungen der Germanen ebenfalls bis ins 1. Jh. v. Chr. noch keine Menschengestalt besessen zu haben (Archäologisches Landesmuseum2012, S. 286).
  • Götter, die nicht durch Wände eingeschlossen werden dürfen, wie Tacitus in seiner „Germania“ schreibt.

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