Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...

- Götterwelt

Fast alle Völker der Antike verehrten eine Vielzahl von Göttern. Die Römer waren gleich zu Beginn von der überlegenen griechischen Kultur derart fasziniert und beeindruckt, dass sie nach und nach sogar ihre eigene Götter, denen der Griechen gleichsetzten. Zwar unterschied sich noch die eine oder andere Kleinigkeit, z.B. glaubten die Römer eher an numina, d.h., wenn die Götter auf Erden eingriffen, dann nicht sichtbar und in Menschengestalt, sondern mehr als abstrakt wirkende Kräfte (→ die „Macht“ in Star Wars?), doch passten die Götter schließlich ganz gut zusammen, denn die allermeisten Zuständigkeiten und Mythen der Gottheiten ließen sich gut zusammenführen. Jeder Gott war für bestimmte Bereiche zuständig:
 
 
ZeÚj / Iūppiter
Oberster Gott, Herr der Erde und des Himmels. Als „Wolken¬versammler“ oft mit Blitzen dargestellt. Sein heiliges Tier: Adler

“Hra / Iūnō
Beschützerin der Ehe, Ehefrau des Iūppiter (einzige Göttin mit Krone). Schaut oft sehr ernst (hat es mit Zeus nicht leicht).

'Aq»nh / Minerva
Göttin der Wissenschaft, Kunst, Handwerks und planenden Kriegsführung. Immer in Rüstung und Waffen dargestellt.

”Aidhj / Pluto
Gott der Unterwelt (Bruder von Jupiter und Neptun). Gelegentlich zu¬sam-men mit Höllenhund Kerberos dar-gestellt. Nimmt die Toten ohne Toten-gericht als Schatten in sein Reich auf.

Poseidîn / Neptun
Herr der Meere (Bruder von Jupiter und Pluto). Trägt häufig Dreizack und Bart.

'ApÒllwn / Apoll
Gott der schönen Künste, Sänger, Dichter. Bringt die richtige Erkenntnis. Ist immer frisch rasiert, weniger muskulös und sanfter. Trägt eine Leier (oder einen Bogen).

”Arhj / Mars
Kriegsgott (vor allem Nahkampf). Trägt immer Waffen und Rüstung.

'Afrod…th / Venus
Göttin der Liebe und der Schönheit. Manchmal trägt sie einen Spiegel.

”Artemij / Diana
Göttin der Jagd. Immer mit Bogen, manchmal mit Fackel unterwegs.
 
DiÒnusoj / Bacchus
Gott des Weines, der Feiern und des Rausches, trägt meistens einen Stab mit wildem Weinlaub oder Efeu. Wehe, wenn an seinem Feiertag gearbeitet wird...
 
“Hfaistoj / Vulkan
Gott der Schmiedekunst, meist mit Werkzeug (Hammer...).
 
`ErmÁj / Merkur
Götterbote mit Flügelsandalen (und oft mit Zauberstab). Gott der Händler und der Diebe. Leistet Verständigung und Versöhnung unter Feinden.
 
Vesta
bewacht das Herdfeuer.

 
Wie in Griechenland wurden auch in Rom die Götter in Menschengestalt zeigten. Die Römer brachten ihren Göttern außerhalb des Tempels (templum) auf einem Altar (ara) Brandopfer dar. Da Tieropfer, z.B. von Schweinen, Schafen oder Rindern sehr aufwändig und teuer waren, gab es im privaten Bereich auch viele unblutige Opfer. Dabei wurden den Göttern z.B. Feldfrüchte, Kuchen oder Wein auf dem Altar dargeboten.
Anders als die Griechen sahen die Römer ihre Religion (religiō) als eine Art Vertrag mit den Göttern, an den sich beide Seiten halten mussten: Man opferte, wenn sich die Gottheit bereits als hilfreich erwiesen hatte oder im Voraus, um Schutz und Hilfe zu erhalten. Diese römische Eigenheit steckt in dem lateinischen Satz „dō, ut dēs“: „Ich gebe, damit du gibst“.
Einer der berühmtesten Tempel der Römer stand auf dem Kapitol. Er war drei Göttern geweiht, dem Iūppiter Optimus Maximus Capitōlīnus, der Iūnō Capitōlīna und der Minerva Capitōlīna. Vor diesem Tempel traten die Konsuln, die obersten Staats­be­am­ten Roms, mit einem Opfer ihr Amt an, hier endeten die Triumphzüge, die über die Via Sacra zum Kapitol führ­ten.

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