Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...

Glossar

Namens- und Sachregister

  • Albis                              der Fluss Elbe
  • Alkimoénnis                 eines der großräumigsten aber weniger dicht besiedelten Oppida (→ Oppidum), ca. 600 ha, beim heutigen Kelheim, an der Mündung der Altmühl (Alcomona) in die Donau. Besiedelt zwischen dem 3. Jh. v. Chr. – 50/30 v. Chr. ca. 100 n. Chr. Eisenzeitlicher „Industriekomplex“ und Handelszentrum
  • Amphore                       bauchiger enghalsiger Krug mit zwei Henkeln (< griechisch ἀμφορεύς = Zweihenkelträger), als Speicher- und Transportgefäß zwischen 5 und 50 Liter Fassungsvermögen, als Maßeinheit in Rom: 26,026 l
  • Arar                               der Fluss Saône
  • Bibracte                        größtes (195 ha) und reichstes Oppidum unter den Städten des volkreichen zentralgallischen Stammes der Haeduer. Hauptsitz auf den vier Gipfeln des Mont Beuvray (822 Meter Höhe, Département Saône-et-Loire). Durch 7km gallische Mauer und die natürliche Lage auf einem der höchsten Gipfel im Morvan, dem nördlichen Ausläufer des Zentralmassivs geschützt. Zentralort in optimaler Verkehrslage, von hier aus kontrolliert das Oppidum die Kreuzung wichtiger Verkehrsverbindungen mit leichtem Zugang in alle vier Himmelsrichtungen über die Täler von Saône, Loire und Yonne. Anspruchsvoll ausgestattete Steinbauten griechisch-römischen Grundrisses (Atriumhäuser) in den mediterranen Quartieren. Die wirtschaftliche Bedeutung entspricht der politischen: zweimal Versammlungsort der einheimischen Truppen im gallischen Krieg, mehrfach Treffpunkt des einheimischen Adels zur Beratung, Standquartier Caesars nach Beendigung des Krieges im Winter 52/51 v. Chr., geschätzte Einwohnerzahl des Oppidums zur Zeit des Romans (ohne einquartierte Truppen): ca. 10.000
  • Caecuber                   römischer Spitzenwein caecubum. Anbaugebiet ager caecubus in Kampanien bei Amyclae an der Küstenregion Latiums, den pontinischen Sümpfen, entlang der Via Appia. Weißwein
  • Cavillonum                     zweitwichtigstes Oppidum der Haeduer (heute Chalon-sur-Saône), auf der wichtigsten Nord-Süd-Handelsroute durch Gallien an der Saône und nach Germanien. Im gallischen Aufstand entlud sich der Zorn der haeduischen Bevölkerung über ihre langjährigen ausländischen Konkurrenten im Fernhandel, die sich in der wichtigen Handelsstadt niedergelassen hatten. Laut Caesar wurde der Besitz der römischen Bürger geplündert, diese vertrieben und einige Händler umgebracht (Caesar, Gallischer Krieg 7,42). Quintus Tullius Cicero, Bruder des berühmten Redners wurde dort später als Legat einquartiert (ebd., Kap. 90).
  • Dubis                            der Fluss Doubs
  • Falerner                       berühmteste römische Weinsorte, falernus, oft in antiken Quellen gerühmter Spitzenwein. Anbaugebiet im ager falernus im Norden Kampaniens, gezogen an Ulmen und Maulbeerbäumen, ließ sich gut lagern: optimale Reife nach fünfzehn Jahren; laut Plinius als herber, halbtrockener und süßer Falerner (→Plin.nat.hist. 15, 63: austerum, tenue, dulce), als Rot- und als Weißwein
  • Haeduer                        einer der mächtigsten Stämme, wenn nicht der mächtigste Stamm Galliens überhaupt. Zentralort auf dem Mont Beuvray: Das Oppidum → Bibracte in Zentralgallien. Um 540 v. Chr. versuchen die Karthager den Zinnhandel zu monopolisieren, der für die Bronzeherstellung notwendig ist, und sperren die Meerenge von Gibraltar. Nun führt der Weg vom Mittelmeer zum Zinn in Cornwall durch das Gebiet der Haeduer. So finden schnell intensive Kontakte mit griechischen Händlern, v.a. aus der Kolonie Massilia, statt und haeduisches Keltisch wird eine wichtige Verkehrssprache im Keltenraum. Aufgrund der Schlüsselposition des Zentralortes der Haeduer im 2 Jh. v. Chr. bereits sehr enge Handelskontakte und Bündnisverträge mit den Römern.
  • Icaunus                         der Fluss Yonne
  • Isara                              der Fluss Isère
  • Klient                            cliens, weniger bedeutender Römer, der sich und seine Familien als clientes dem → Patron (patronus) unterstellt. Dieses Patronatsverhältnis wird vererbt, kann aber auch gewechselt werden (selten). Die Klienten bieten ihrem Patron (körperliche) Sicherheit (z.B. als Bodyguards in der Menge), Treue und (Wahl-)Hilfe, bilden seine Gefolgschaft, begleiten ihn in der Öffentlichkeit und helfen beim Wahlkampf. Dafür wacht der Patron über seine Klienten und bietet ihnen Schutz und Hilfe in Notzeiten.
  • Koinē                           „allgemeine (Sprache)“, die wichtigste Verkehrssprache im östlichen Mittelmeerraum und auch im (später überwiegend lateinischen) Westen weit verbreitet. Gallische Münzen tragen nicht umsonst griechische Buchstaben. Diese griechische „Gemeinsprache“ war seit dem Hellenismus auch DIE Wissenschafts- und Gelehrtensprache schlechthin, ähnlich wie seit dem Mittelalter Lateinisch, im Barock Französisch und heute Englisch
  • Liger                             der Fluss Loire
  • See Leman                   der Lemannische See, der Genfer See
  • Loneta                           der Fluss Lahn
  • Mogin / Moin                der Fluss Main, von den Kelten und Sueben Mogin / Moin, von den Römern Moenus genannt
  •  mos maiorum              Plural: mores maiorum, „Sitte(n) der Älteren“, das ultimative römische Wertesystem: Die Einhaltung der überkommenen (groß-)väterlicher Regeln wird als gleichbedeutend mit „Ruhe und Ordnung“ gesehen. Als Schlagwort in der Politik gerät bei den überwiegend konservativen Römern sofort alles in Verruf, was erfolgreiche als Verstoß gegen die mores maiorum gebranntmarkt werden kann
  • Nicer                             der Fluss Neckar
  • Oppidum                       eine große keltische Siedlung mit Tausenden von Einwohnern, die von einem oder mehreren Mauerringen umschlossen ist. In einem Oppidum gibt es ein Gewerbequartier, in dem sich Produktion und Handel abspielt, Wohnplätze der „Kleinen Leute“, Adelsquartiere, in denen die politisch-administrative Spitze lebt. Meistens ist die Steinarchitektur dieser Adligen bereits mediterran geprägt. Hinzu kommt ein zentraler Kult- und Versammlungsplatz für den ganzen Stamm. Normalerweise Mittelpunkt eines Stammesgebietes mit Sitz der Verwaltung und Rechtsprechung und einem Stammesheiligtum an einem wichtigem Verkehrsweg mit Zollstation. Ein Oppidum dient auch als Fluchtburg für umliegende Bewohner und Versammlungsplatz für das Heer, daher die ungewöhnliche Größe bis zu mehreren Hundert Hektar Innenfläche. Kurz eine frühe Form einer richtigen Stadt
  • Patron                           patronus, Familienvorstand, wacht über das Wohl seiner mächtigen und einflussreichen Familie und den von ihm abhängigen → Klienten. Könnte man sich als einen (mehrheitlich) gesetzestreuen Mafia-Paten mit zugleich politischem und wirtschaftlichem Betätigungsfeld vorstellen. Der patronus bietet seinen Klienten (rechtliche) Sicherheit, Schutz und (Lebens-)Hilfe, vertritt ihn vor Gericht, berät ihn und kümmerte sich um seine Versorgung (Verleih von Land und Geld etc.). Dafür bietet der Klient seine Treue, unterstützt und wählt ihn und seine Familienmitglieder bei den Beamtenwahlen.
  • Quinar                           Silbermünze, in Rom ungefähr 8 Asse wert
  • Rhenos                          der Fluss Rhein, kelt. Rhenos, lat. Rhenus
  • Rhodanus                      der Fluss Rhône
  • Sequana                        der Fluss Seine
  • Sorrentiner                    römischer Spitzenwein, sorentinum / surrentinum. Anbaugebiet auf der Halbinsel Sorrent in Kampanien
  • Stilus                             Schreibgriffel aus hartem Material (Eisen, Bronze, Knochen, Elfenbein, Silber) als Schreibgerät auf → Wachstäfelchen. Im keltischen Kulturraum archäologisch belegt (doch leider keine Texte erhalten). Man kratzt mit der Spitze des Stilus in das Wachs, mit dem spatelförmig abgeflachten Ende werden Fehler durch Glätten des Wachses „ausradiert“ und überschrieben                 
  • Thermen                       (Freizeit-)Bäderanlage mit kostengünstigen Eintrittspreisen und Fußbodenheizung, die sich aus den kleinen Badestuben (balnea) entwickelt haben. Als Räumlichkeiten stehen Umkleide (apodyterium), Kaltbadehalle (frigidarium), lauwarmer Durchgangsraum (tepidarium), Schwitzbäderhalle (caldarium), Sporthalle (palaestra), oben offenes Schwimmbecken (natatio), Friseursalons, Enthaarungsstudios und manchmal Salbzimmer (unctuaria), Bibliotheken und Arztpraxen bereit
  • Toga                             Ovales Stück Stoff von bis zu sechs Metern Länge, das längs gefaltet und anschließend über einen freien männlichen Römer als stolzes Statussymbol seines Bürger- und Wahlrechts gewickelt wird (angefangen beim ausgestreckten linken Arm an der Bauchseite, dann von der linken Schulter unter der rechten durch einmal um den Körper herum das andere Ende wieder über den linken Arm herabfallen lassen). Für den kunstvollen Faltenwurf braucht man Hilfe beim Anlegen. Widerrechtliches Togatragen von Nichtbürgern steht unter schwerer Strafe
  • Torques                        (< lat. torquere = drehen, wenden), Wendelring zur Zeit der Kelten bzw. Gallier (Latènezeit): Vorne offener eisenzeitlicher Halsreif aus Metall, der meist aussieht wie ein gedrehter Strick, häufig an den Enden besondere Ausläufer, wie Tierkopf oder Kugel. Nach Livius bei den Römern früher nur als reine Beutestücke zur Zeit der Keltenkriege (wie in Buch 7, Kap. 10 die Episode über T. Manlius „Torquatus“,derjenige, der einen „Gallierriesen“ besiegte und fortan dessen Halsschmuck trägt), wurden Halsringe dieser Art später als generelle militärische Auszeichnung übernommen und verbreiteten sich im gesamten mediterranen und im arabischen Raum.   
  •  Tunika                          eine Art Untergewand in der Form eines überlangen T-Shirts, im Sommer oft auch das einzige Kleidungsstück         
  •  Vindáncum               zentrales Oppidum der Vindeliker beim heutigen Manching in Oberbayern, in seiner Blütezeit das bedeutendstes Handels- und Wirtschaftszentrum nördlich der Alpen. Gründung im 3. Jh. v. Chr., besiedelt bis 50/30 v. Chr. auf einer Fläche von 380 ha, bis zu 10.000 Einwohner innerhalb der Stadtmauer von 7,2 km Länge. Günstige Verkehrslage am Schnittpunkt der Handelswege in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung, Hafen an der damaligen Mündung der Paar in die Donau (Fernhandel-Flussschifffahrt)
  • Wachstäfelchen             hochformatige Schreibtafel aus Holz, Elfenbein oder Metall, die ein- oder beidseitig mit Wachs beschichtet ist, für Aufzeichnungen aller Art. Können leicht mit Wachs und dem Abdruck eines Siegelrings versiegelt werden, z.B. für einen Brief oder ein Testament. Mehrere Wachstafeln können mit einfachen Scharnieren zu einem Wachstafelbuch (Kodex) verbunden werden: Zweiteiliges Wachstafelbuch: Diptychon, dreiteiliges Triptychon usw.


Maße, Münzen und Gewichte:

  • 1 pēs (Fuß)                                        ~ 30 cm
  • 1 passus, Doppelschritt                    ~ 1,5 m
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  • 1 iugerum, „Gespannung“:              ~ 2500 qm (1/4 ha; 240 x 120 Fuß) [Was ein Gespann an einem Tag pflügen kann]
  • 1 unica, Unze                                   ~ 27 g
  • 1 librā / pondō (röm. Pfund)            ~ 1/3 kg
  • 1 sextārius                                        ~ ½ l
  • 1 congius = 6 sextāriī                       ~ 3¼ l
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  • 1 amphora = 8 congiī, 48 sext.         ~ 26 l
  • 1 modius                                          ~ 9 l

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