Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...

Dienstag, 10. Januar 2017

fossa, agger et vallum - Lagerbau (mos et miles III)

castra, fossa, agger, vallum: Legionäre & ihr Marschlager
cb castra h©: Stefan Gerlinger CC-BY 4.0 de
Die römische Armee ist ständig in Bewegung. Am Ende eines jeden Marsches wird immer ein Lager errichtet. Besonders ausführlich beschreibt das Militärhandbuch Epitoma rei militaris des Vegetius das standardisierte Vorgehen - ganze fünf Kapitel lang (→ Veg.mil.1,21-25).
Noch vor dem Errichten des Marschlagers schickt der Feldherr einen Pioniertrupp unter einem Tribun voraus, um einen geeigneten Lagerplatz ausfindig zu machen. Er sucht einen etwa 800 mal 800 Meter großen Platz, möglichst auf einer Anhöhe. Das Gelände soll einem angreifenden Feind keinerlei Deckung bieten, dafür eine gute Sicht über die Gegend und Wasser in der Nähe haben (extrem wichtig!).
In der Mitte wird das Zelt des Feldherrn (praetorium) errichtet (I). Rote Fahnen an den anderen Stellen zeigen an, wo die Offiziere (III, IV und V) und Legionäre (VI) in ihren Zelten (tentoria) kampieren. Ausländische Hilfstruppen (auxilia) müssen am Lagerrand, an den gefährlichsten Stellen zelten (VII). In unmittelbarer Geschossreichweite am Wall lässt man jedoch eine Schutzzone frei (intervallum).
Wenn möglich, wird das Lager rechteckig angelegt, jedoch immer der Lage angepasst. Von der Mitte der Linie aus, die die Standorte der Legionärszelte angibt, wird das Lager vermessen. In ca. 400 Meter wird die vorderste Verteidigungslinie des Lagers, mit Speeren abgesteckt, danach die drei Hauptstraßen (via principalis, via praetoria, via quintana). Von diesen verläuft eine vom praetorium (I) durch die Lagermitte und wird von den beiden anderen rechtwinklig geschnitten. Die Soldaten heben einen drei Meter tiefen und vier Meter breiten Graben aus (fossa), häufen die Erde auf der dem praetorium (I) nächsten Seite an und flachen sie oben in ungefähr 1¼ m Höhe ab (vallum). An der Vorderseite wird der Hügel mit Rasen vom Graben verkleidet.
Dieser Graben (fossa) und der Schanzaufwurf, bzw. Damm (agger / vallum), sind ungefähr 700 m lang und bilden eine Seite des Lagers. Während ein Teil der Armee mit dem Bau des Schutzwalls beschäftigt ist, halten die Übrigen kampfbereit Wache. Zusätzlich wird das Lager durch Annäherungshindernisse geschützt, wie dem titulus, eine Art dem Lagereingang vorverlegter „Schützengraben“, weiteren Gräben, Fußangeln (mit Widerhaken) usw. Hinzu kommen schuss­bereite Torsionsgeschütze auf dem Lagerwall (tormenta).


Aus der Reihe mos et miles geht es hier↓ zu

I. tiroRekrutenausbildung im römischen Militär
II. maximis itineribus - Auf dem Marsch
III. fossa, agger et vallum - Lagerbau
IV. proelium – Die römische Armee im Gefecht
V. naves longae – Antiker Seekrieg
VI. peregrini: Leistung & Anerkennung von Nichtrömern im römischen Heer
VII. Germanen im römischen Heer - erschreckend effektiv
IIX. cohortes: Taktische Einheiten der römischen Legion
IX. obsidio: Belagerungen in der Antike
X. machinae: Belagerungsgerät der römischen Armee
XI. caedes: Soldaten nach der Schlacht

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