Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...

Dienstag, 2. April 2013

Kult- und Opferplätze bei den Kelten

Wie verehrt man die Götter der Eisenzeit? Genaue zeitgenössische Beschreibungen sind leider nicht überliefert, folgt man den archäologischen Hinterlassenschaften, so scheint es zwischen den frühen Kelten und Germanen kaum Unterschiede zu geben. Zu den Göttern der Nordvölker führt dieser Link. Keltische Götter verehrt man an unterschiedlichen Plätzen und in unterschiedlicher Form, in Menschengestalt jedoch erst ab dem 1. Jh. v. Chr. (Archäologisches Landesmuseum 2012, S. 286).
 
Man verehrt die Götter an „naturheiligen Plätzen“ wie
  • auffälligen Felsen und Berggipfeln (v.a. Brandopferplätze, überwiegend Keramikscherben von Schalen und Schüsseln: Verbrennen des Inhalts, Bitte an überirdische Mächte in Himmel oder Luft),
  • Höhlen, Felsspalten und Schächten (auch mit Sonderbestattung von Toten, Silber-Quinar, Ringschmuck, Perlen, Bernstein, Spinnwirtel: Unterirdische Gottheiten),
  • Mooren und Gewässeropfer, Seen, Quellen, Brunnen, Wasserbecken … (Schwerter [z.B. die rapierartigen Knollenknaufschwerter, die als NUR als Opfergabe belegt sind und nur als Stichwaffe taugen: Rituelle Zweikämpfe oder Händlerwaffen auf dem Flussnetz der Fernhandelsrouten Mitteleuropas?], Dolche, Lanzenspitzen, aber auch Schutzwaffen wie Helme und Teile von Schilden),
in Frauenheiligtümern werden Alltagsgegenstände wie Fibeln, Ringe Glasperlen, Nadeln, Schminktöpfe und Kinderspielzeug geopfert (Initiations- und Fruchtbarkeitsriten?),
 
in Männerheiligtümern überwiegen Waffen und Rüstungsgegenstände, aber auch Haus- und Herdgeräte (Kessel, Feuerböcke), Arbeits- und Schmiedewerkzeug (Äxte, Sensen, Hämmer, Zangen), Blasinstrumente (Carnyx) und Bronzegefäße (Weinschöpfer, Kanne, Eimer) sowie Wagenteile sind vorhanden (Archäologisches Landesmuseum 2012, S. 277-284).
 
Heilige Heine“, ähnlich einem griechischen temnos oder einem italischen lucus sind von Baumgruppen dominierte Orte, an denen die Gegenwart der Gottheit spürbar ist und sich in religiösen Festen offenbart (Archäologisches Landesmuseum 2012, S. 285-286). Die Altaranlagen bestehen aus tiefen Gruben, in die man Opfer wirft und wo man mit unterirdischen Gottheiten in Kontakt tritt, und einer Feuerstelle, an der Teile von Tieren als weitere Opfer verbrannt werden. Da diese Anlagen anfällig gegen Wettereinflüsse waren, werden sie in der Regel zumindest mit einem Baldachin überdacht, der auf Holzsäulen steht und an einen klassischen Tempelbau erinnert (ArchäologischesLandesmuseum 2012, S. 286). Der Altarbereich wird durch eine quadratische Palisade und einem Graben abgegrenzt, deren Schwelle von einem Tor bewacht werden, dass sich zur aufgehenden Sonne öffnet und zur Zeit der Sommersonnenwende eine direkte Linie zum Altar bildet.
 

Was genau und wie die Kelten opferten, zu Speise-, Weihe- und Menschenopfern sowie zum Schädelkult, szeht im Post Riten und Kulte bei den Kelten.

Kommentare:

  1. Schade, dass man darüber so wenig weiß. Da sieht man mal wieder, wie wichtig es ist die Dinge aufzuschreiben. Und zwar so, dass es die Zeiten überdauert (Wie lange werden wir unsere CDs noch lesen können?).
    Etwas vermisst habe ich in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Eichen. Ich dachte, das dieser Baum eine größere Bedeutung für die Germanen hatte.

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    1. Geht man nach den archäologischen Überresten, so kann man keine besondere Stellung der Eiche gegenüber anderen Baumarten und verbliebenen Holzresten ablesen. Früher dachte man in der Sprachwissenschaft, dass bereits der Name Druide von „Drus-vida“ von „Eichen-Wissen“ käme, neuerdings geht man eher von „Dru-vid*“, „intensiv erkennen / durchschauen“ aus.
      Es gibt leider nur eine einzige (ernstzunehmende) schriftliche Quelle zu keltischen Kulthandlungen (die nicht nur tumb behauptet: 1) Das sind Barbaren – 2) sie opfern Menschen) und zwar aus der Zeit, als die Gallier schon lange unterworfen und bereits romanisiert waren und die keltische Kultur bereits halb verfallen: Plinius der Ältere schreibt Ende des 1. Jh. n. Chr., nachdem das Druidentum schon lange verboten war, im Absatz 249 seines 16. Buches seiner Naturalis Historia, dass die Druiden die Mistel, welche auf der Wintereiche wächst für die heiligste Pflanze von allen halten und für das Kultmahl zwei weiße Stiere geschlachtet werden. Das Dumme daran ist nur, dass diese Stelle zunehmend als Dekor einer exotischen Märchenwelt für Römer interpretiert wird.
      In der Zeit, zu der meine Romane spielen (1. Jh. v. Chr.) ist auch bei Germanen weder archäologisch noch aufgrund der Quellenlage von einer Bevorzugung von Eichen für Heiligtümer und Kultbilder auszugehen.
      Die germanischen Göttervorstellungen waren aber stets im Wandel. In der Völkerwanderungszeit ändert sich in den Quellen das Bild und ab dem Frühmittelalter wurden in den Klöstern Missionarsgeschichten überliefert, bei denen v.a. christliche Mönche die „dummen“ Heiden“ bekehren und heilige Eichen oder „Götzenbilder“ aus Eichenholz zerstören, um ihnen zu zeigen, wie machtlos ihr „naiver Aberglauben“ doch sei und wie allmächtig „der wahre Gott“. Zum Beweis streckt sie bei ihrem Bildersturm kein Blitz nieder. Die spätere Bevorzugung der Eiche für Götterbilder könnte aber auch in der Härte und Haltbarkeit dieser Holzart liegen, oder ganz einfach daran, dass den Mönchen die Pliniusstelle mit den Eichen von ihren zahlreichen Abschriften her zwar bestens, die Götterwelt der Germanen abseits von Heiligenlegenden jedoch keineswegs vertraut war…

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