Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...

Freitag, 22. Juni 2018

Römisches Cannstatt - Interaktive Übung

Südwestdeutschland ist Römerland. Die provinzialrömische Archäologie fördert auch im römischen Stuttgart-Bad-Cannstatt immer wieder interessante Funde zutage.
Einen Info-Text liefert der Post Römisches Bad Cannstatt - Infotext, hier kann überprüft werden, ob man sich merken konnte, wer in Bad Cannstatt wohnt, wo zum Pluto das überhaupt liegt und was die Römer ausgerechnet hier machen:

Mittwoch, 30. Mai 2018

legionarius: arma & tela (mos et miles XVII)


Im Post legionarius (mos et miles XV) werden Römische Soldaten und ihre Standardbewaffnung beschrieben.
Jetzt bist Du gefordert: Klicke die lateinischen Begriffe an und ziehe sie bei gedrückter Maustaste an die passende Stelle.
Schaffst Du es, alle Ausrüstungsgegenstände punktgenau zuzuordnen?





Römisches Bad Cannstatt - Infotext


Eisenbahnbrücke in Bad Cannstatt / Stuttgart und die alten Römer
cb Cannstatt ©: S. Gerlinger CC-BY 4.0
Inschrift an der Bahnbrück
Ursprünglich wurde das Gebiet um Cannstatt von Kelten bewohnt. Den Fundort eines Fürstengrabes bedeckt heute jedoch -wie so oft bei wichtigen Funden in Stuttgart- ein Parkplatz (im Kurpark am Junobrunnen).
Wie schnell und wie weit die vermutlich helvetischen Stämme unter dem Druck der Elb-Sueben eine sogenannte „Helvetier-Einöde“ hinterließen, ist in der Forschung umstritten. Sicher ist nur: Eine wirklich bedeutende Siedlung, Gold- oder Silbervorkommen gibt es zur Zeit, als die Römer anrücken, nicht. Was machen also die Römer ausgerechnet hier in Bad Cannstatt?

Der Grund liegt an den geopolitischen Verhältnissen der Rheingrenze und im im Verhalten der Schweizer, bzw. damals Helvetier im Jahr 69 n. Chr. (vgl. Tac.hist.1,67-68). Nach dem Tod des „Entertainment-Kaisers“ Nero und dem dramatischen Erlöschen des julio-claudischen Kaiserhauses gibt es im sogenannten Vierkaiserjahr gleich mehrere Anwärter auf den römischen Kaiserthron: Galba Otho, Vitellius und Vespasian.
In einem römischen Außenposten nicht sehr weit weg, im schweizerischen Windisch, halten die Helvetier aus alter Treue zu ihrem Patron Galba, dessen Tod sie dummerweise noch nicht mitbekommen haben. Außerdem raubt ihnen die vitellianische 21. Legion –RAPAX-, die räuberische genannt, die Soldzahlungen für ihr eigenes Kastell, das sie noch immer mit einheimischen Truppen selbst belegen dürfen. Wenn es um Geld geht, kennen die Helvetier keinen Spaß. Verärgert fangen sie bei Zurzach Briefe der Vitellianer ab und nehmen einen Zenturio sowie ein paar Legionäre als Geiseln. Die einzigen Verbindungswege sind unterbrochen.
Das stinkt den Römern natürlich gewaltig. Wie sieht denn so etwas aus?
Also schickt Vitellius seinen alten Haudegen Caecina, der von Osten aus wichtige helvetische Siedlungen verwüstet: erst Aquae Helveticae - Baden an der Limmat, dann Windisch selbst. Das Heer der Helvetier wird in einer Zangenbewegung vernichtend geschlagen.

Montag, 30. April 2018

Dienstalter & Dienstzeiten im römischen Heer (mos et miles XVI)


Ursprünglich ist Landesverteidigung in Rom die Sache der grundbesitzenden Bauern. Ihnen wird sowohl eine hohe Motivation zugetraut, das Vaterland (nebst ihrem finanziellen Anteil daran) zu verteidigen, als auch das notwendige Kleingeld für eine teure Ausrüstung aufbringen zu können. Die Haupteinnahmequelle ist der landwirtschaftliche Betrieb, nur im Kriegsfall werden die Besitzenden und ihre Waffen eingezogen – und danach auch wieder entlassen. Auf lange Dienstzeiten legt so keiner von ihnen Wert.
Das ändert sich mit der marianischen Heeresreform, nachdem die Besitzlosen in Massen
"Musterungsaufruf" im alten Rom
cb Caesar vult ©: S. Gerlinger CC-BY 4.0
zur Armee strömen und vom Staat ausgerüstet und bezahlt werden. Krieg bringt Sold, ehrenhafte Entlassung und -wenn der Feldherr auf mächtige politische Verbündete zählen kann- auch ein eigenes Landgut.
Mit dem neuen Typ des Berufssoldaten, der den Bürgersoldaten ablöst, gibt es erstmals stehende Heere, die nicht nach Feldzugende sondern erst nach dem Endes des römischen Reiches aufgelöst werden. So müssen auch die Dienstzeiten geregelt werden: Das Dienstalter, in welchem Alter man zu den Waffen gerufen werden kann und die Dienstzeiten, wie lange der Militärdienst dauert.

Dienstalter:
Freigeborene römische Bürger treten traditionell nach der ersten Bartabnahme und damit nach der Volljährigkeit in den Militärdienst (ab16/17), mit 46 gelten sie (außer bei Feldherren) eigentlich schon als zu alt.
Gardereiter müssen reifer sein, sie stehen mit 23-43 Jahren im Felddienst (man findet aber auch einzelne im Alter von 50 als Ausbilder (vgl. → Speidel,Riding for Caesar, S. 87-88).

Dienstzeiten:
Ein Tribun tribunus militum ist meist ein blutjunger 16-17 Jahre alter Adliger, der (ähnlich wie in der britischen Navy alter Tage) gleich als Vorbereitung auf die Politik erfahrene Männer kommandiert. Für dieses Amt wird jährlich gewählt, die Dienstzeit beträgt also nur 1 Jahr. (Seit Augustus leisten Anführer von Grenzkavallerie oder Gardereitern bis zu 3 Jahren).
Ausländer bekommen nach Ablauf der Dienstzeit das römische Bürgerrecht zugesprochen, was inschriftlich belegt selbst arabische Prinzen ins römische Militär lockt. Anfangs außer bei den Auxilia verpönt, findet man sie später in allen Truppenteilen.
Prätorianer, ursprünglich eine Art Bodyguard-Truppe des Feldherren, stehen 16 Jahre im Dienst. Caesar (Kelten & Germanen), Pompeius (Hispanier) und Augustus (Germanen) greifen hierbei überwiegend auf treue nichtrömische Elite-Kämpfer zurück. Nach der Niederlage des Varus geht der Trend vorübergehend zu „waschechten Römern“ über.
Legionäre müssen 20 Jahre Kriegsdienst leisten, wenn sie sich verpflichten.
Gardereiter, mehrheitlich ausländische Kommando- und Spezialkräfte wie batavische Kampfschwimmer und ubische Amphibienreiter, dienen etwas mehr, 25 Jahre bis zum Bürgerrecht.
Auxilia sind rein nicht-römische Truppen (außer ihren Kommandeuren) und leisten volle 25 Jahre Kriegsdienst.
Flottensoldaten, meist ausländische Truppen (ja ausgebildete Seeleute, es gibt KEINE angeketteten Klischee-Sklaven auf römischen Kriegsschiffen – und bitte nicht auf Ben Hur verweisen, dort trägt man auch Armbanduhr zum Wagenrennen), leisten 26 Jahre Kriegsdienst (vgl. → Speidel, Riding for Caesar S. 88; 98)
Außer wenn sie aus speziellem Grund zuvor entlassen werden, z.B. aufgrund des Alters über 46 oder als Belohnung für einen Verdienst (→ Speidel, Riding for Caesar, S. 90), findet die ehrenhafte Entlassung honesta missio der Veteranen am 4-7 Januar jährlich statt, peregrine Reiter nehmen commoda mit, hohe Prämien (→ Speidel, Riding for Caesar, S. 93; 94).