Blog zu den Historischen Romanen: „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ und „Rufus“ (Rufus - Donner im Keltenland / Rufus - Catilina und die Jugend Roms / Rufus - Liebe und Leid in Rom / Rufus - Im Schatten des Caesar)
Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...
Montag, 2. Februar 2015
Straßen der antiken Welt
Samstag, 10. Januar 2015
Soziale Infrastruktur V – Müllentsorgung und Recycling
Sonntag, 4. Januar 2015
Soziale Infrastruktur IV - Bildung und Kultur
- Kulturelle Einrichtungen mit Ausstellungsräumen, öffentliche Bibliotheken, Museen etc. gibt es im antiken Rom lange nicht. Hier ist man von Freunden (amici) abhängig, deren Werke man ausleihen oder durch einen schreibkundigen Sklaven kopieren darf. Erst Caesar plant die „Gründung möglichst vollständiger öffentlicher Bibliotheken griechischer und lateinischer Schriftwerke“, wie Sueton berichtet (→ Suet.Iul.44). Marcus Terentius Varro, der große Universalgelehrte seiner Zeit, wird mit der Anschaffung und Kategorisierung betraut (ebd.), doch verschieben Caesars Ermordung und die Bürgerkriege solche Projekte in die Kaiserzeit. Ein Copyright existiert nicht, in den Ständen der Via Sacra findet man deshalb massenhaft billige Kopien für die breite Masse. Spezialisierte Händler bieten wertvollere Exemplare an, hochwertigerer Papyros in schönerer Schrift einer kundigeren Hand sowie kostbare Bücher. Die meisten nobiles machen aber zumindest ihren Standesgenossen und manchen verdienten Klienten ihre sehr umfangreichen privaten Sammlungen zugänglich. Bereits bei den maiores, den illustren Vorfahren, kommt bei den vielen Kriegszügen und Statthalterschaften über die Provinzen viel Kulturgut zusammen, auch durch die vererbten Patronate über fremde Städte und Völkerschaften erhält man regelmäßig eine „Geste des Wohlwollens“ der Klienten. Kultivierte Geschenke unter Freunden und private Sammellust tun ihr übriges. Auf öffentliche Museen für alle muss der normale Bürger bis in die Neuzeit warten.
- Auch ein staatliches Bildungssystem fehlt, Bildungseinrichtungen mit Bibliotheken, Schulen, „Universitäten“, „Fachhochschulen“ und „Forschungseinrichtungen“ bleiben privater Natur: Naturwissenschaften und Technik zählen noch zur Philosophie und werden auf höchstem Niveau nur in den berühmten griechischsprachigen Zentren des östlichen Mittelmeers gelehrt, die alle jungen Wissenschaftler anziehen, die sich wirklich für Ingenieurskunst, Mathematik, Physik und Architektur begeistern, auch viele junge Römer. Unter den ptolemäischen Herrschern übertrumpft Alexandria mit seiner gigantischen Bibliothek bald Athen und wird so berühmt wie Harvard, MIT (TU Massachusetts), Oxford und Cambridge zusammen.
Montag, 29. Dezember 2014
VIII. Cicero. Leseprobe aus "Catilina und die Jugend Roms"
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| Schwer zu überraschen - Cicero |
Dienstag, 16. Dezember 2014
Soziale Infrastruktur III – Feuerwehr und Postwesen
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| Antike römische Feuerwehr? Nein, so gibt's die natürlich nicht... |
- Eine richtige Feuerwehr gibt es bis zum Prinzipat des Augustus in Rom nicht. Erst in der Kaiserzeit wachen mit Schwert wie auch Brandschutzaxt ausgestattete vigiles, militärische Einheiten, über Brandgefahren. Lediglich 3 niedere gewählte Beamte innerhalb der vigintisexviri, die tresviri capitales sind für die Aufsicht über vorbeugende Brandschutzmaßnahmen verantwortlich. Auch hier setzt der römische Staat zunächst rein auf Selbsthilfe und auf die überreiche Wasserversorgung, wobei unter den Straßen verlaufenden Wasserrohre und Druckleitungen, sowie Wasserverteilertürme (castella) und Brunnen genutzt werden können. Der erfolgreiche Politiker und Geschäftsmann Marcus Licinius Crassus schafft sich eine lukrative Privatfeuerwehr, die nur löscht, wenn man sie vorher gut bezahlt oder Crassus das brennende Gebäude zu einem Spottpreis überlässt…
- Eine öffentliche Post gibt es auch keine: Wer etwas zu verschicken hat, muss sich an spezialisierte Handelsunternehmen richten, deren Eigentümer nicht von ungefähr reiche Ritter sind. Briefe gibt man daher lieber jedwedem Bekannten mit, von dem man weiß, dass er zum Empfänger oder wenigstens in dessen Nähe kommt. Zur Sicherheit bittet man lieber gleich mehrere Bekannte und verschickt mehrere Kopien. Will man einen ganz persönlichen oder geheimen Inhalt weitergeben, oder einen, der sicher und schnell ankommen soll, so schickt man einen puer, einem Jungen aus. In Ciceros Briefen (→ Cic.Att.3,9) findet man solche pueri erwähnt, (Boten-)Jungen, die mit Briefen unterwegs sind und Spaß am Abenteuer einer Reise haben. Diese Aufgabe übernehmen junge Klienten, Freigelassene (→Cic.Att.6,1,21) und Sklaven. Für Briefpost abgestellte Sklaven warten bei Reisen in Häfen der Reiseroute mit der Korrespondenz (→Cic.Att.7,1).Teils kann man die Post aber auch Freunden direkt mitgeben(→ Cic.Att. 7,1). Eine Sklave muss wohl sehr zuverlässig sein, v.a. auf den weiten Reisen wie von Rom nach Asien (→ Cic.Att.6,1), damit er nicht auf eigenen Antrieb „verlorengeht“...




