Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...

Donnerstag, 31. Januar 2019

extraordinarii I: Die ausländische Leibwache römischer Feldherren (mos et miles XXI)


Wem vertraut ein römischer Feldherr sein Leben an? Einem Ausländer. Dies könnte aufgrund des römischen Chauvinismus eigentlich verwundern. Die Praxis sieht jedenfalls ganz anders aus als die abwertenden ausländerfeindlichen Reden, wie selbst Cicero eine hält und dabei Gallier diffamiert.
Schon in der frühen Republik dienen delecti oder eine Schar delecta manus als Feldherrenkohorte oder cohors praetoria. Es handelt sich um Reiter und Fußsoldaten, die aus dem Elitekorps der nichtrömischen Bundesgenossen (extraordinarii) zum Dienst beim römischen Feldherrn ausgesucht werden (vgl. Bellen 1981, S. 19-20; Polyb.6,31,2-4).
Zusammen mit den engen Freunden, die ihm aus Rom gefolgt sind, bilden sie die Leibwache des Feldherrn, bleiben als Legaten in seiner Nähe, begleiteten ihn auf dem Marsch und schützen ihn in der Schlacht.
Bereits Sertorius (123-72 n. Chr.) entlässt alle Römer aus seiner Leibwache und vertraut seine persönliche Sicherheit nur Keltiberern an (vgl. hier und im Folgenden: Bellen 1981, S. 20; 21). Spätestens nach dem Bürgerkrieg Caesars gegen Pompeius ist eine Leibwache aus fremden Völkern in Rom die Regel.
Caesar hält sich bis 44 v. Chr. parallel zu einer Truppe Germanen seit seiner Prätur auch eine besonders treue Truppe von Keltiberern, seine manus Calagurritanorum bzw. custodia Hispanorum (→ Cass.Dio 44,6,1,7; App.b.c. 2,107 (P44); Suet.Caes.86,1; vgl. (vgl. Bellen 1981, S. 18).
Überhaupt scheinen als Leibwache Germanen und Gallier besonders beliebt: 55 v. Chr. erreicht Ptolemaios XII Auletes „der Flötenbläser“ mit nicht unbeträchtlichen Mitteln, dass er in Rom offiziell als König Ägyptens anerkannt und in seine Heimat zurückgeleitet wird. Da er vom eigenen Volk aus Alexandria vertrieben wurde, lässt er sich von Aulus Gabinius beschützen, welcher dem König eine Schutztruppe aus Galliern und Germanen mitgibt (→ Caesar bellum civile 3,4,4 vgl. Bellen 1981; S. 14)

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