Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...

Sonntag, 30. September 2018

equites & alae - „Römische“ Kavallerie I (mos et miles XIIX)


Ursprung und „Weiterentwicklung“
Ursprünglich war die Aufgabe der Römischen „Ritter“ – equitēs , genügend Geld zu besitzen, um ein
Römische Kavallerie, Kavallerist, Reiter, Römische Reiterei
Kavallerie, CC 0 von Andreas_G auf pixabay
Staatspferd unterhalten und im Krieg erfolgreich in der Reiterei einsetzen zu können. Doch schon in der frühen Republik merkt man schnell, dass passionierte Reiter den passionierten Geldverdienern im Kampf überlegen sind.
So stellen die Römer zuerst ihre Bundesgenossen und Söldner auf ihre Flügel (alae) links und rechts der Legionäre und nutzen ihre eigenen „Ritter“ nur noch als Befehlshaber der fremden Fuß- und Reitertruppen. Nach dem Bundesgenossenkrieg bekommen die Italiker römisches Bürgerrecht, der Begriff ala geht gänzlich auf die Reitertruppen über.

Herkunft
Schon früh werden gallische Reiter als schwere Kavallerie angeworben, doch auch anderen Völkern begegnet man immer wieder in den Quellen, Pompeius schätzt seine Keltiberer und seit Caesar werden Germanen besonders häufig genannt. Auch werden bei Operationen in fremden Ländern fast immer Reiterkontingente von einheimischen Völkern genutzt.
Die Römer setzen Kontingente fremder Völker je nach ihren unterschiedlichen Kampffähigkeiten als Spezialtruppen ein:
Africa / Mauretania
Schnellste Reiter, werfen (leichte) Wurfspieße am Weistesten
Bataver /Ubier
Kampfschwimmer, in Formation, allein, mit Pferd & Rüstung
Parther / Syrer / Araber
Hervorragende Bogenschützen
speculatores Augusti
(diverse Herkunft)
Aufklärer mit Lanze bewaffnet, mehr als nur eine Begleitung, um in der Menge den Weg frei zu machen: Sie stehen bei Banquet hinter ihm (allerdings lassen sich nur Tyrannen den Weg mit der gefährlichen Spitze der Lanze ebnen, normal mit dem stumpfem Ende) → Speidel 1997, S. 33
Den Endpunkt bei der Nutzung römischer Reiter stellt Pompeius in der Schlacht von Pharsalos dar (→ Caes.civ.3,84-99). Nachdem sich General Pompeius jahrzehntelang mit keltiberischen Reitern umgibt, wagt er in der letzten Entscheidungsschlacht gegen Caesar die Neuerung, erstmals wieder römische Ritter als Reiterkämpfer gegen Caesars Gallier und Germanen aufzustellen. Die Taktik misslingt, Caesar lässt seine Truppen nach einem kurzen Scheinrückzug auf die Gesichter der jungen Römer des Pompeius zielen, um ihnen hässliche Wunden zuzufügen. Die Reiterei des Pompeius flieht trotz Übermacht mit Mann und Maus in die Berge. Anscheinend ist es den jungen Herren wichtiger, nicht gegenüber der Damenwelt in Rom das Gesicht zu verlieren, als den Kampf.
Dies ist das letzte Mal, dass sich junge reiche Römer als kämpfende Truppe der Kavallerie versuchen, fortan bleiben ihnen nur wieder Leitungsposten…

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