Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...

Montag, 24. November 2014

Soziale Infrastruktur I – Polizei und Verteidigung



Außer der technischen Infrastruktur gehört zum Leben in einer Großstadt auch die soziale: Hier geht es um Polizei, Verteidigung, Bevölkerungsschutz und öffentliche Sicherheit im alten Rom, Gesundheitssysteme & Arbeitslosenunterstützung, Feuerwehr & Postwesen, Bildung & Kultur, sowie Müllentsorgung & Recycling.

Polizei und Verteidigung

Waffentragen in Rom: verboten
Eine langfristige Arbeit in Rom zu finden ist für viele arme und ungelernte Proletarier recht schwer. So ist die Kriminalitätsrate recht hoch, da viele sich nicht anders zu helfen wissen, um genügend zu Essen zu haben. Einen durchorganisierten Bevölkerungsschutz für die öffentliche Sicherheit wie eine richtige Polizei etc. sucht man im republikanischen Rom allerdings vergeblich:
Zwar dient ein gut organisiertes Heer zur „Landesverteidigung“, doch dürfen Soldaten nur bei Triumphzügen ins Zentrum, Waffentragen ist in Rom strikt verboten – auch für Streit- und Ordnungskräfte. Ein inzwischen emeritierter Tübinger Professor meinte dazu einmal im Spaß: „Sehen sie, die brauchten gar keine! Damals wurde eben anständig erzogen und Kinder durfte man noch hauen…“.
Doch im Ernst: Ganz so gut klappt es weder mit der Erziehung der Kinder – ganz zu schweigen von psychischen Problemen – noch mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Immer wieder machen Fehden die Straßen unsicher. Denn hat ein Mitglied der Familie unter einer gesetzeswidrigen Handlung gelitten, versucht man nicht gerade immer, den Täter vor ein ordentliches Gericht zu stellen. Daher handeln meist nur reiche Römer mit einer großen Klientel an Gefolgsleuten, die den Übeltäter festhalten oder Aufspüren und notfalls mit grober Gewalt vor Gericht „begleiten“ bzw. zerren können. Der durchschnittliche römische Bürger wendet sich entweder an seinen Patron, um genau dies zu tun, oder er heuert eine Bande an, um den Täter oder den Bruder des Täters zu erdolchen. In der Unterschicht und bei heißblütigeren Römern sind Fehden und Blutrache naheliegender als einen Patron um Rechtshilfe zu bitten. Dummerweise heuert dann das Opfer auch zuallermeist eine rivalisierende Bande an, um die Gewalttat zu vergelten. Das macht vor allem die Straßen und Gassen im Stadtbezirk der Subura unsicher, der „Bronx von Rom“.
Da kein Polizist wacht, dass niemand mit voller Blase oder Darm einfach an eine Hausecke oder –wand macht, behilft man sich wie bei den privaten Heiligenbildchen und Kreuzen Süditaliens göttlicher Hilfe (→ Thüry 2001, S. 19): Verbotsinschriften zusammen mit Götterbildern vertreiben und verfluchen jeden, der hier seine Not erleichtern will (ebd.), als höfliche Anrufung der Götter oder als derbe Verfluchung: cacator, sic valeas / ut tu hoc locum tra[n]sea[s] – Du Kacker, [nur] so kannst du gesund bleiben, dass du weitergehst!“
Unter Kaiser Augustus werden schließlich doch noch militärische Einheiten in Rom stationiert, von denen die cohortes praetoriae die öffentliche Sicherheit vor allem bei Unruhen und Aufständen (und gegen feindliche Bürgerkriegsheere) gewährleisten und die cohortes urbanae polizeiliche Funktionen wahrnehmen. Die vigiles nehmen als paramilitärische Einheiten die Aufgaben der Feuerwehr wahr – wie auch heute noch in Frankreich Berufs-Soldaten der brigade de sapeurs-pompiers deParis und des bataillon de marins-pompiersde Marseille. die Aufgabe der Feuerwehr übernehmen.
Zur antiken Infrastruktur gibt es auch die Posts über
Bildung &Kultur, sowie um

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