Die „Rufus“-Reihe soll jeder verstehen und genießen können, Jugendliche und Erwachsene, Studierte und Nichtstudierte. Wer sich im Roman auf fremde Welten einlässt, der wird auf unterhaltsame Weise ganz automatisch kennenlernen, was die damalige Zeit so alles zu bieten hatte - und lernt beim Lesen wie von selbst. Alles so authentisch und historisch korrekt wie möglich zu erzählen und dabei spannend zu bleiben, das ist mein Ziel.
Die „AMORES - Die Liebesleiden des jungen Ovid“ sind dagegen nicht immer ganz jugendfrei (wie auch die Originalverse Ovids und seiner Zeitgenossen). Der Laie kann sich über die „moderne“ Sprache & Handlung freuen, der Fachmann über zahlreiche Anspielungen und intertextuelle Scherze.
Auf dem Blog zeige ich einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gebe ich auch Hintergrundinformationen über Politik und Alltagsleben der späten Republik und frühen Kaiserzeit in Rom und einiger Kelten- und Germanenstämme.
Feste Probeleser aus verschiedensten Altersgruppen haben bereits die ersten Bände gelesen. Die Rückmeldungen setze ich um. Sehr gute Feedbacks kamen dabei nicht nur von Universitätsprofessoren und anderen Fachleuten sondern gerade auch von Schülerinnen und Schülern - vielleicht demnächst auch von dir? Gerne nehme ich jede gute Anregung auf (Rufus.in.Rom@gmail.com)...

Mittwoch, 23. April 2014

Pronuntiatio - Alphabet und Aussprache der alten Römer

Vor einem Eintrag über Schrift und Schreibmaterial im alten Rom wird hier erst einmal auf die Grundlagen eingegangen: Wie sieht die römische Schrift überhaupt aus und wie wird sie ausgesprochen?
Lateinisches Alphabet nach Pompeijanischen Graffiti
Römisches Alphabet nebst Aussprache
Die Römer haben ihr Alphabet von den alten Griechen genommen und vereinfacht. Wir haben unser „lateinisches“ Alphabet von den Römern und uns dabei mehrheitlich auf die Formen der steinernen Inschriften bezogen. Für die römische Schreibschrift bzw. Kursivschrift nimmt man sich am besten die einzelnen Buchstaben römischer Graffiti vor, wie man sie in Pompeji gefunden hat. Aus den schönsten Beispielen (CIL IV Tab. I) stammt die erste Spalte der abgebildeten Tabelle (links).
Die Aussprache ist für uns recht leicht zu erlernen, im Wesentlichen wird so geschrieben wie auch gesprochen wird. Es hört sich nur ein wenig „italienischer“ bzw. „spanischer“ an.
Außerdem unterscheiden die Römer zwischen einem kurzen und einem langen Vokal: ā steht für ein langes a, ohne Längenzeichen oder mit einem Häkchen steht ă für eine kurzes a. Ebenso bei den anderen Vokalen ē, ī, ō, und ū.

Die Doppelvokale (Diphtonge) ae und oe werden in klassischer Zeit von den Römern wie ein schnelles Hintereinander von a+e und o+e gesprochen, was sich wie ai und oi anhört.
[Erst im Mittelalter wurde der Laut zu ö und ä; im süddeutschen Raum wurde zusätzlich c und t vor e und vor i als „z“ und „tzi/tze“ gesprochen, (vgl. Tzitzero, Zäsar). (Deshalb sprechen heute der Schule manche Lehrer oi und ai, andere ä und ö).]
Wenn man nun den Namen „Caesar“ ausspricht wie die klassischen Römer, auf welchen deutschen Begriff kommt man...?
Betont werden lateinische Wörter meist auf der zweitletzten Silbe (paenultima-Gesetz), z.B. amīcus, clamāre. Hat ein Wort mehr als 2 Silben und ist die zweitletzte Silbe kurz, dann wird die drittletzte betont, z.B. ásinus, ártibus.

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